Tagespresse
Süddeutsche Zeitung, 24.11.2008
“Anna Maria Mühe spielt diese weibliche Doppel-Hauptrolle und hat sich damit endgültig in die erste Liga der deutschen Schauspielerinnen katapultiert. Novemberkind ist ein bemerkenswerter Film; man mag kaum glauben, dass es sich dabei um Schwochows Diplomfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg handelt. Er wird dem Regisseur viele Türen öffnen, so nachdrücklich hat dieser damit sein Talent unter Beweis gestellt, so souverän vermag Schwochow zu inszenieren und seine Darsteller zu führen.”
“Einzigartig im deutschen Kino ist die Natürlichkeit, die Anna Maria Mühe ausstrahlen kann, ihr ruhendes Selbstbewusstsein, das kindliche Leuchten.”
“es ist ein sensationelles Schauspiel, ihren Blick zwischen diesen zwei Sätzen von kindlicher Unschuld zu bitterer Erkenntnis wechseln zu sehen.”
“Er ist deshalb auch ein Film der Gesichter, an die Frank Lamm mit seiner Kamera ganz nah herangeht, drumherum viel Leere, Novemberfarben.”
“Novemberkind ist ein Generationen-Projekt, gleich in mehrfacher Hinsicht: Christian Schwochow hat das Drehbuch zusammen mit seiner Mutter geschrieben; auch das darf durchaus als reife Leistung gelten.”
FAZ, 21.11.2008
“Aus der gefühlsgeladenen Geschichte hätte sich ein erschütterndes Rührstück machen lassen. Doch Schwochow erzählt diskontinuierlich und bissig.”
“Ulrich Matthes in der Rolle des doppelgesichtigen Intellektuellen, (…), ist nach seinen Rollen in historischen Arbeiten ein großer Gewinn für den jungen deutschen Film Vor allem aber wurde Novemberkind zum wohlverdienten Triumph für Anna Maria Mühe”
Tagesspiegel, 20.11.2008
“fulminantes Debüt”
“Novemberkind” von Christian Schwochow ist ein Debütfilm, ein sensibles Filmhochschul-Abschlusswerk voll untergründiger Hochspannungen”
“Anna Maria Mühe macht Novemberkind zum Ereignis”
“Wie genau Anna Maria Mühe Gestus und Ton trifft, die diese Geschichte überhaupt erst erden können. Welch Lebenslust gibt sie diesem Malchiner Mädchen Inga, so weit weg von jeder Pose, die Jugendliche gern mit Jungsein verwechseln, wenn sie Fernsehen und Zeitschriften die Erziehungsberechtigung übertragen haben.”
“Im Grunde erzählt Novemberkind” auf seine leise zurückgenommene Art die älteste Geschichte der Welt, das Drama des Bewusstseins”
“Es bedarf schon der ganzen Eindringlichkeit eines Ulrich Matthes, um dieser Figur Halt zu geben. Und dann ahnt man sogar, dass er sich den starken Grund eines Buches, eines Projekts, vorspiegeln musste, denn keiner fährt einfach so von Konstanz nach Malchin, um einer völlig Unbekannten zu sagen, wer ihre Mutter war. Vor allem aber braucht es die Präzision, mit der sich Anna Maria Mühes Gesicht weit öffnen und ebenso schnell wieder verschließen kann.”
“Novemberkind ist nicht zuletzt eine Vergewisserung des eigenen Herkommens der jetzt Dreißigjährigen, zu deren Kindheit die DDR gehörte wie eine Schimäre”
Berliner Zeitung, 20.11.2008
“Opa und Oma, ein wunderbar schrulliges DDR-Paar, das Christine Schorn und Hermann Beyer da spielen”
“Ulrich Matthes führt uns diesen Typ sezierend vor, alle Achtung, gibt ihm einen Charme und ein Wissen um die Dinge und eine Verletzlichkeit mit, dass man ihn beinahe schon wieder verstehen kann.”
“Anne und Inga werden in einer Doppelrolle von Anne Maria Mühe gespielt, eine schöne glaubhafte Leistung, die aus sympathischer, frischer Lebensneugier schöpft.”
“Für den Regisseur, den 30-jährigen Christian Schwochow, ist der Film gar das Debüt. Er schrieb das Drehbuch zusammen mit seiner Mutter Heide Schwochow. Diesem Umstand ist wohl die große Lebenskenntnis, die Genauigkeit und Wahrhaftigkeit dieses Films mitgeschuldet. Schwochow wurde auf Rügen geboren”
“Sehr zu empfehlen”
Hamburger Abendzeitung, 20.11.2008
“Mit seinem Spielfilmdebüt liefert er eine überraschend reife Regieleistung. Die packende Geschichte wird atmosphärisch durch die stimmige Bild- und Farbdramaturgie unterstrichen. Die in warmen Gelbtönen gehaltenen Rückblenden vermitteln die Sehnsucht nach alten Zeiten. Für die Gegenwart stehen schnörkellose Bilder, welche die innere Zerrissenheit der Protagonisten spiegeln. Anna Maria Mühe gelingt es in der vielschichtigen Doppelcharakterstudie überzeugend, das Innenleben ihrer Figuren nach außen zu transportieren. In Matthes findet sie dabei einen geeigneten Gegenspieler, der bis zum Schluss immer noch eine Trumpfkarte in der Hand hält.”
Hamburger Morgenpost, 20.11.2008
“In der Doppelrolle als lebenslustige Inga, deren Seele mehr und mehr Schrammen bekommt, und als ihre innerlich zerrissene Mutter vereint sie Anmut und intensives Spiel mit umwerfender Natürlichkeit. Ihr ebenbürtiger Leinwandpartner Ulrich Matthes verkörpert einen zynischen Lügner in der Lebenskrise - doch es gelingt ihm, Verständnis für seine Filmfigur zu wecken. Auch die Nebenrollen sind fantastisch besetzt.”
“Das intelligent gestrickte Drehbuch, bevölkert von ambivalenten, lebensnahen Figuren, hat er zusammen mit seiner Mutter Heide Schwochow verfasst - die Perspektive zweier Generationen tut dem komplexen Geschehen gut. Krimispannung erzeugen die beiden Autoren, indem sie die wahren Hintergründe erst Schritt für Schritt enthüllen: mit raffinierten Rückblenden, eingefangen in sorgfältig komponierten, grobkörnigen, farbsatten Bildern (Kamera: Frank Lamm). So bietet dieses stimmige, ergreifende Roadmovie-Melodram nach Donnersmarcks “Das Leben der Anderen” die zweite herausragende Auseinandersetzung mit deutsch-deutschen Fragen: eine universell gültige Geschichte über Lügen und Zivilcourage. Dabei verkneift sich Schwochow billige Verurteilungen, serviert die ernsten Themen mit verblüffender Leichtigkeit und würzt sie mit feinem Humor. Hut ab!”
“Fazit: Das packende Ost-West-Drama ist neben Caroline Links “Im Winter ein Jahr” der beste deutsche Film des Jahres.”
Kölner Stadtanzeiger, 20.11.2008
“So wie Schwochow insgesamt einen dichten, überzeugenden Debütfilm gedreht hat, der die Lüge, die Unwahrheit, das Verschweigen nicht allein als Systemfehler der DDR analysiert: So einfach macht es sich Novemberkind keineswegs, denn es ist nicht zuletzt der Professor Robert, der tief aus dem Westen kommt und der mehr weiß und mehr von Inga will, als er zu sagen gewillt ist. Wie die Lüge, einmal in der Welt, nur unter Schmerzen wieder daraus verschwindet, diesen Prozess vollzieht Schwochows Film sensibel nach, und er hat ein Gesicht dafür: es gehört Anna Maria Mühe, die gemeinsam mit Ulrich Matthes als Robert Novemberkind prägt”
“Wenn das Wort Vergangenheitsbewältigung einen Sinn hat, dann durch diese Leistung, die umso beeindruckender ist, als Anna Maria Mühe in einer Doppelrolle auch noch Ingas Mutter spielt.”
Frankfurter Rundschau, 20.11.2008
“eine wüste aber reizvolle Stilmischung”
Frankfurter Neue Presse, 20.11.2008
“Sein (C. Schwochows) beachtliches Kinodebüt überzeugt vor allem durch seine visuelle Umsetzung, die melancholischen Bildkompositionen und einer glänzenden Anna Maria Mühe”
Die Welt, 19.11.2008 und Berliner Morgenpost, 20.11.2008
“Novemberkind (ist) vor allem die erste (Familiengeschichte) im Kino, wo es gleichermaßen um Ost und um West geht.”
“Insofern ist Novemberkind so sehr Familienkrimi wie Zeitgeschichte. Der Regisseur setzt seine Enthüllungen geschickt dosiert ein und spielt gekonnt mit drei verschiedenen Wissensebenen: Wir Zuschauer wissen mehr als Inga, aber Robert weiß mehr als das Publikum wie auch Inga.
Ein weiterer kluger Schachzug besteht darin, sowohl die Rolle Ingas als auch in Rückblenden die ihrer Mutter von Anna Maria Mühe spielen zu lassen, der wie keiner zweiten Darstellerin in diesem Lande Reife und Verletzlichkeit ins Gesicht geschrieben stehen.”
Mannheimer Morgen, 20.11.2008
“absolut sehenswert”
Märkische Allgemeine, 20.11.2008
“Er (C. Schwochow) erzählt eine berührende deutsch-deutsche Geschichte, die man so im Kino noch nie sah.”
Stuttgarter Nachrichten, 20.11.2008
“Anna Maria Mühe füllt ihre Doppelrolle als Mutter und Tochter engagiert aus.”
Badische Zeitung, 20.11.2008
“Anna Maria Mühe brilliert in Novemberkind”
“Mühes Wandlungsfähigkeit ist faszinierend; sie wird unterstützt durch eine kontrastreiche Bildästhetik, beides zusammen ermöglicht trotz rascher Schnitte eine mühelose Orientierung zwischen den beiden Zeitebenen.”
“Sie bietet neben intensiven Darstellern pointierte, lebensnahe Dialoge, einen wunderbar sparsamen Soundtrack (Daniel Sus) und eine Kamera (Frank Lamm), die zwar atmosphärisch in die Geschichte hineinzieht, aber nie auf emotionale Überwältigung setzt, sondern die Zuschauer im Gegenteil zu ähnlicher Kombinationsarbeit aufruft wie Inga bei ihren Nachforschungen. Der jungen Crew von Novemberkind ist ein fesselnder, handwerklich großartiger Film gelungen.”
Abendzeitung München, 20.11.2008
“Sensible Inszenierung”
Südkurier, 20.11.2008
“Überhaupt ist die Souveränität bemerkenswert, mit der der junge Filmemacher, unterstützt von seinem Kameramann Frank Lamm (auch für ihn ist dies der erste Kinofilm), seine Geschichte in authentisch unmittelbare, aber dennoch kinotaugliche Bilder umsetzt.”
“Viel zu gebannt schaut man nämlich diesem sorgfältig und klug konstruierten Film zu, der zwar in erster Linie ein emotional anrührendes Familiendrama und die eindringliche Selbstfindungsgeschichte einer jungen Frau ist, mitunter aber fast die Spannung eines Krimis entwickelt. Dass beinahe nebenbei dann auch noch ein filmisch bisher wenig beachtetes Thema, nämlich die Trennung von Familien durch die Flucht von der DDR in die BRD, verhandelt wird, ohne zum plumpen Klischee zu verkommen, ist eine bemerkenswerte Leistung.”
“Nicht minder sehenswert sind schließlich auch die Schauspieler. Ulrich Matthes, der sich auch nach dem “Untergang” nur selten im Kino die Ehre gibt, ist auch hier besonders gut darin, das Spannungsfeld zwischen Sympathie und Hinterhältigkeit auszuloten, während sich zwischendurch in Kurzauftritten hochkarätige Darsteller wie Juliane Köhler, Steffi Kühnert oder die wunderbare Christine Schorn als Ingas Oma die Ehre geben. Zentrum von “Novemberkind” ist aber zweifellos Anna Maria Mühe in ihrer Doppelrolle.”
“Schwochows Film gehört zu den sehenswertesten deutschen Produktionen
des ausklingenden Kinojahres”
Neue Presse, 20.11.2008
“Super gespielt”
“Matthes jagt dem Zuschauer Schauer über den Rücken. (…) Einen Goebbels spielt Matthes so verzehrend wie ein Naziopfer, noch besser ist er aber als grausamer Normalo. Hoffnung, Liebe, Furcht und Verlust wirken in diesen schwarzen Augen gleichermaßen beängstigend.”
“Ende der Kino-Ostalgie, hier kommen jetzt die unverklärten, ausgewogenen deutsch-deutschen Geschichten, unbehaglich bis zum letzten Bild.”
“Das ist überaus sehenswert”
“Exzellent gespieltes Drama einer Identitätssuche”
HAZ, 19.11.2008
“packender Kinofilm”
“Das Schöne, neben vielem anderen Schönen, an Christian Schwochows Film Novemberkind ist, dass nicht alle Anklagen gegen die Lügner in Ingas Umgebung ins Schwarze treffen.”
“Der Film Novemberkind, der sich so tief in Ingas Biografie vergräbt, erzählt zugleich von der komplizierten deutsch-deutschen Geschichte, von einem Land, das in zwei Länder geteilt war und in dem die Grenzen zwischen Opfern und Tätern nicht immer leicht zu ziehen sind.”
“Das Drehbuch zu Novemberkind schrieb er zusammen mit seiner Mutter, der Journalistin Heide Schwochow. Vielleicht erklärt diese doppelte Autorenschaft, warum sein Film so reif und nicht wie ein tastendes Regiedebüt wirkt”
“Es ist einer jener überraschenden Filme über Deutschland, die man besonders jüngeren Zuschauern empfehlen möchte. Aber nicht nur denen.”
“Diese kraftraubende Doppelrolle meistert Mühe wunderbar.”
Mitteldeutsche Zeitung (Halle), 19.11.2008
“Ein starkes Drama, das sich deutsch-deutschen Schmerzpunkten sensibel, aber konsequent nähert.”
“spannend inszeniert und großartig gespielt. Neben den Großeltern (…) sowie Ulrich Matthes und Jewgenij Sitochin ragt Anna Maria Mühe in ihrer Doppelrolle heraus”
Supplements
Ticket, 20.11.2008
“Er (C. Schwochow) inszeniert so elegant, dicht und packend, dass man kaum glauben mag, dass NOVEMBERKIND ein Debütfilm ist. Neben dem überdurchschnittlichen Drehbuch tragen die phänomenalen Hauptdarsteller zu diesem beeindruckenden Werk bei. Sehr sehenswert.”
Wochenmagazine
Focus, Nr. 47/08
“Anna Maria Mühe erspürt in ihrer Doppelrolle als Mutter und Tochter unsentimental und gefühlvoll die Untiefen der deutschen Nachwende-Realität”
Stadtmagazine
Kulturnews, Nr. 11/08
“Anna Maria Mühe verleiht der Inga ihre ganz eigene Mischung aus starkem Willen, sanftem Witz und Klugheit.”
“Das mag überkonstruiert erscheinen, aber Regisseur Schwochows geerdete, zuweilen fast zu private Inszenierung, bleibt immer ganz nah an den Figuren. Im Wechselspiel mit dokumentarisch anmutenden Rückblenden (in denen Mühe auch Ingas Mutter spielt) entsteht so ein intensiver, geradezu melodramatischer Film, der nicht in erster Linie von Ost und West erzählt, sondern vom spannenden Weg von einem trügerischen Selbstbild hin zur befreienden Erkenntnis.”
U_Mag, Nr. 11/08
“Christian Schwochows Novemberkind ist ein Road-Movie par excellence”
“sanft und klug: Anna Maria Mühe”
“Schwochow bleibt in diesem sehr privaten Film ganz nah an den Figuren, ihren Seelenregungen und Gefühlen und schafft so ein intensives Drama nicht nur über Ost und West, sondern über den Weg vom trügerischen Selbstbild hin zur befreienden Erkenntnis.”
Prinz, Nr. 11/08
“berührend: Anna Maria Mühe”
Uncle Sally, Nr. 11/08
“Christan Schwochow überzeugt mit seinem Diplomfilm auf ganzer Linie: Ein großartiges Buch, hervorragende Regiearbeit, eine tolle Kameraführung und nicht zuletzt ein fantastisches Schauspielerensemble machen Novemberkind zu einem kleinen großen Highlight des ausklingenden Kino-Jahres.”
Oxmox, Nr. 11/08
“Spannend und berührend zugleich, mit einer tollen Leistung der Tochter der beiden einstigen DDR-Stars Ulrich Mühe und Jenny Gröllmann”
Bremer, Nr. 11/08
“Die 23-jährige Anna Maria Mühe glänzt mit ihrem schauspielerischen Können”
Bremer und Schädelspalter, Nr. 11/08
“Während viele Nachwende-Filme mit dem ideologischen Ballast der Vergangenheitsbewältigung bepackt waren, zeigt Christian Schwochows ‘Novemberkind’, dass die jüngere Generation deutlich unverkrampfter an das Thema herangeht. Schwochow belässt den Fokus streng auf der persönlichen Spurensuche und blättert langsam retrospektiv ein Familiendrama auf”
“beachtliches Regiedebüt, das vor allem auch durch seine visuelle Umsetzung, die melancholischen Bildkompositionen und eine glänzende Anna Maria Mühe überzeugt.”
Playtime, Nr. 11/08
“Der Debütfilm von Christian Schwochow gehört zu den außerordentlichsten deutschen Filmen des Jahres.”
“hochspannende und berührende Geschichte”
“Sowohl Inga (…) als auch Anna (…) werden von Anna Maria Mühe wunderbar interpretiert. Sie ist anmutig und zugleich widerborstig, lebensbejahend und ratlos. Von ihr geht eine Wärme aus, die sie von der sonst so kühlen und gräulichen ‘Novemberwelt’ abhebt.”
“ein kompliziertes Geflecht von menschlichem Verhalten, das sich zu einer großen Geschichte verdichtet. Schwochow inszeniert dieses Figuren-Gewebe geschickt, auch weiß er, die verschiedenen Zeitebenen so nebeneinander herlaufen zu lassen, dass der Zuschauer stets weiß, in welcher er sich gerade befindet.”
“Der Film stellt die Frage nach Mut und Zivilcourage, nach Schuld, Verdrängen und Verantwortung. Die Suche nach Identität und Wahrheit machen die Geschichte zu einer universellen. Die Zusammenarbeit von Mutter (Heide Schwochow) und Sohn (Christian Schwochow, Regie) am Drehbuch verleiht dem Film Authentizität und fordert zum Dialog zwischen den Generationen auf.”
Choices, Nr. 11/08
“Trefflich besetzt erzählt Schwochow von Lügen und Gewissenskonflikten. Dabei klagt sein Film klugerweise niemanden an, so dass die Schuldfrage letztlich auf ein politisches System zurückzuführen ist, das die Verfehlungen seiner Bürger mit zu verantworten hat.”
Stadtrevue, Nr. 11/08
“poetisch”
“Regiedebütant Christian Schwochow taucht ihr (Ingas) unerbetenes Erweckungserlebnis in metaphorisch nebelverhangene Bilder und enthüllt in körnigen Rückblenden die ergreifende Wahrheit hinter der mütterlichen Flucht ohne Wiederkehr”
Kreuzer, Nr. 11/08
“Christian Schwochow gelingt es (zu weiten Teilen) eine bittere Episode deutsch-deutschen Vergangenheit wieder aufleben zu lassen. Bei aller Melancholie an Mecklenburgs nebelverhangener Seenplatte dominiert mit trockenem Witz ein hoffnungsvoller Unterton.”
“eine prima aufgelegte Anna Maria Mühe”
Plärrer, Nr. 11/08
“Anna Maria Mühe mag man in der Tat alsbald nicht mehr aus den Augen lassen und der gesamte Film schwelgt in schön-melancholischen, sehr atmosphärischen Bildern, ohne sich freilich darin zu verlieren.”
Lift
“Was, dies soll ein Debütfilm sein? Kaum zu glauben, denn in dem Drama des 30-jährigen Christian Schwochow stimmt so ziemlich alles. Mit größter Sensibilität erzählt er in ruhigen, atmosphärisch dichten Bildern von einer schmerzhaften Suche nach Identität. Im Mittelpunkt: Zwei liebevoll und detailliert ausdifferenzierte Protagonisten”
“Schwochow intergriert in seine spannende Geschichte keine störende Melodramatik und baut immer wieder Rückblenden ein, die alleine durch ihre Farb-Dramaturgie als solche zu erkennen sind.”
“Ulrich Matthes spielt Robert ebenso souverän wie Anna Maria Mühe die Rolle der Inga. Sie gibt ihrer Figur eine verzweifelte Tiefe. So unterhaltsam, klug und intensiv kann Kino sein.”
EpdFilm, Nr. 11/08
“ein ungewöhnlicher Film über die deutsch-deutsche Vergangenheit”
“NOVEMBERKIND ist einer dieser Filme, die es sich nicht leicht machen mit ihrem Stoff und nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Schauspieler nie die Balance verlieren.”
“Mit großem Geschick und einem sensiblen Blick für Übergänge montiert Christian Schwochow die beiden Handlungsstränge ineinander, wechselt das Medium, um Brüche zu verdeutlichen, setzt unscharfe, grobkörnige Bilder der Vergangenheit gegen eine klare Gegenwart ab, und doch verschwimmen beide Zeitebenen miteinander.”
Player, Nr. 11/08
“Von der Zerrissenheit zwischen den Systemen - eine universale Familiengeschichte, mitreißend und ohne künstliches Pathos”
“Schwochow ein ganz sicheres Gespür für seine Figuren bewiesen, als er mit der 23jährigen Schauspielerin im Hinterkopf die Rollen der Inga und ihrer Mutter Anne schrieb. Niemand hätte die lebenslustig zupackende Bibliothekarin aus dem kleinen Örtchen Malchow in Mecklenburg besser verkörpern können, genauso wie die in Konflikt geratene, verliebte junge Mutter oder die geerdete Frau, der plötzlich jeglicher Boden ihrer Identität entzogen wird.”
“Dieser Film lebt durch und mit einer Leinwand einnehmenden, vielschichtigen Anna Maria Mühe. Und durch die Liebe und Sorgfalt, die der junge Regisseur in gemeinsamer Arbeit mit seiner Mutter Heide Schwochow, die schon vor der Wende als Regisseurin und Autorin beim Rundfunk der DDR tätig war, in das Buch gesteckt hat. Anders als andere Debütanten hat Christian Schwochow sich nicht auf präzise ausgeleuchtete Bilder verlassen, sondern vor allem auf seine Geschichte.”
“eindringlich gespielt von Ulrich Matthes”
“Die Suche nach den wahren Hintergründen für Annes Flucht inszeniert Christian Schwochow aufwühlend und mitreißend, jedoch ohne das schon so oft gesehene künstliche Pathos. Die Handlung bleibt bei Inga, ihren Empfindungen, steigert sich nicht in einen halbherzigen Krimi hinein. Auch werden keine standardisierten “Achtung-jetzt-kommt-eine-Ostzeitenrückblende”-Bilder bedient - keine Stasi, keine Blauhemden, kein stilisiertes Grau in Grau. Es geht Schwochow ebenfalls nicht darum, ein simples Täter-Opfer-Profil zu zeichnen. Er will eine universale Familiengeschichte erzählen, die auf Lügen aufgebaut wurde.”
“Die Reife und Dichte, mit der er dies tut, sind jedoch kein Zufall, liegen in seinen eigenen biografischen Wurzeln. 1989 saß er als Elfjähriger selbst auf gepackten Koffern zur Ausreise bereit, und die Familie packte sie auch nicht wieder aus, als der 9. November kam. Schwochows zogen in den Westen Deutschlands. Seither zieht sich die Zerrissenheit, zwischen zwei Systemen aufgewachsen zu sein, durch Schwochows Leben. Immer wird er überall nur ein “Halber” bleiben - egal ob Ostler oder Westler. Wenn auf der Suche nach den eigenen Wurzeln jedoch solche “Ostfilme” herauskommen, dann können gerne noch weitere folgen”
Schnitt, Nr. 4/08
“Die Identitätssuche wird von Anna Maria Mühe sehr zwingend gespielt”
“Das Interessante an NOVEMBERKIND ist die von Ulrich Matthes verkörperte Figur. Trocken spielt er den Konstanzer Professor Robert… Auf der Suche nach einem Romanstoff entsteht aus dem nahbaren Herrn ein fast astreiner Stalker.”
Programmkino.de
“Anna Maria Mühe, Tochter der verstorbenen Schauspieler Urich Mühe und Jenny Gröllmann, zeigt mit der Wandlung einer aufgeweckten und unbekümmerten jungen Frau zur mehr und mehr sensiblen und aufgewühlten Spurensucherin eine ganze Bandbreite ihres Könnens”
“in seiner Gestaltung gelingen ‘Novemberkind’ immer wieder bemerkenswerte Bilder, die der Kälte und Distanz der Figuren und der Geschichte auch optisch entsprechen. Vom mutigen Sprung ins kalte Wasser bis zum symbolischen (Vergangenheits)Nebel am Bodensee fängt der Film seine Themen hier adäquat ein. Für Christian Schwochow, der das Buch übrigens zusammen mit seiner Mutter Heide Schwochow schrieb, ist ‘Novemberkind’ aber nicht nur ein Film über eine Flucht, sondern ein relativ unbekanntes Stück der jüngeren deutschen Geschichte, über das öffentlich zu reden sich aber trotz Wiedervereinigung bislang niemand so recht traute. Höchste Zeit also, das Schweigen zu brechen.”
Kino.de
“kein leichtes Drama mit Roadmovie-Anteilen hat Debütant Christian Schwochow gedreht. Aber eines, das alle eingeforderte Geduld belohnt und sich einem bislang wenig beachteten Thema mit hohem Anspruch nähert - im Krebsgang: Wie eine Familie im Osten durch die folgenschwere Trennung auseinander gerissen wurde. Das ergibt eine emotional ergiebige Doppelrolle für die charismatische Anna-Maria Mühe, deren natürliche Ausstrahlung ihresgleichen sucht.”
“durchdachter und dramaturgisch wohl konstruierter Diplom-Film”
